Mietausfallversicherung in Spanien: Leistungen, Kosten und ob sie sich lohnt
Mietausfall ist die größte Sorge jedes Vermieters. In Spanien überträgt die Mietausfallversicherung (seguro de impago de alquiler) dieses Risiko auf einen Versicherer: Zahlt der Mieter nicht mehr, streckt die Gesellschaft die Miete vor und übernimmt das Gerichtsverfahren.
Was sie üblicherweise abdeckt
- Ausstehende Mieten: 6 bis 18 Monatsmieten je nach Police.
- Rechtsschutz: Anwalt und Prozessvertreter für die Räumung, bis zu einem Limit (3.000–5.000 €).
- Vandalismus durch den Mieter, mit Unterlimits.
- Manche Policen ergänzen unbezahlte Nebenkosten und Endreinigung.
Was sie kostet
Zwischen 3 % und 5 % der Jahresmiete. Bei 900 €/Monat (10.800 €/Jahr) etwa 320–540 € jährlich. Die Prämie ist von den spanischen Mieteinnahmen absetzbar (siehe wie Mieteinnahmen in Spanien versteuert werden).
Die Bonitätsprüfung des Mieters
Der Versicherer prüft den Mieter vor Ausstellung der Police: Miete unter 35–40 % des Nettoeinkommens, stabiler Arbeitsvertrag (bzw. nachgewiesenes Einkommen bei Selbstständigen) und kein Eintrag in Schuldnerregistern. Dieser Filter ist fast so viel wert wie der Schutz selbst: Er sortiert die riskantesten Profile aus.
Versicherung vs. Bankbürgschaft vs. Zusatzkaution
- Bankbürgschaft (aval): starke Sicherheit, aber teuer und umständlich; viele Mieter lehnen ab.
- Zusätzliche Kautionsmonate: Bei Hauptwohnsitz begrenzt das Gesetz Zusatzgarantien auf zwei Monatsmieten.
- Mietausfallversicherung: deckt Monate an Miete plus das gesamte Verfahren, unabhängig von der Kaution.
Wann sie sich lohnt
Wenn die Miete für Ihr Einkommen zählt oder Sie 12 Monate ohne Zahlungseingang während einer Räumung nicht verkraften, zahlt sich die Police selbst. Prüfen Sie die realen Fristen einer Räumung in Spanien — und bei bereits laufendem Ausfall: was tun bei säumigem Mieter.
Informativer Leitfaden; der genaue Schutz hängt von der jeweiligen Police ab.
Häufige Fragen
- Ist die Mietausfallversicherung in Spanien steuerlich absetzbar?
- Ja. Sie ist eine mit der Vermietung verbundene Ausgabe und wird wie Wohngebäudeversicherung oder IBI von den Mieteinnahmen abgezogen.
- Wer zahlt die Versicherung, Vermieter oder Mieter?
- Der Vermieter schließt sie ab, profitiert davon und zahlt sie. Eine direkte Umlage auf den Hauptwohnsitz-Mieter ist rechtlich fragwürdig; üblich ist, sie als Vermieterkosten zu tragen.
- Wann zahlt der Versicherer die erste ausgefallene Miete?
- Die meisten Policen sehen eine Karenz von einem Monat vor und zahlen ab dem zweiten Ausfall nach Schadensmeldung. Prüfen Sie diese Klausel vor Abschluss.
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